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Wie das Leben wäre, wenn Zeus und Hera beide ein AD(H)S hätten

 

geschrieben von Hera

(...) Leute mit AD(H)S haben häufig Kommunikationsprobleme. Sie hören schlecht zu, labern oft das Gegenüber in Grund und Boden und vergessen Absprachen. Häufig reden Sie so aneinander vorbei, oft wird etwas anderes gehört als der andere gesagt hat, was auch damit zu tun hat, dass man alten Verhaltensmustern mehr verhaftet ist als andere Menschen. AD(H)Sler reagieren schnell mit Schuldzuweisungen, weil Sie eine schlechte Selbstwahrnehmung haben.

Gleichzeitig können Sie die Fehler anderer durchaus sehr klar sehen, zumal Sie grundsätzlich sehr feinfühlig für Ungesagtes und Stimmungen sind. Hera z. B. hat bei sich beobachtet, dass Sie in Gesprächen Zeus endlos zutextet, und wenn er dann mal eine Antwort gibt, Sie sich nicht genau daran erinnern kann, was er gesagt hat. (...)

 

Mit AD(H)S ist man feinfühlig und erreicht Galaxien, die noch nie zuvor ein Mensch erblickte

Ganz am Anfang sind beide hochgradig verliebt ineinander. Weil beide sehr feinfühlig sind und weil Sie sich gegenseitig fokussieren, erleben Sie große Gefühle, erreichen ungeahnte innere Räume miteinander, alles ist intensiv und unbeschreiblich wundervoll.

Sie fühlen sich aktiv, voller Lebensfreude, erleben eine wundervolle innige Sexualität und sind vollständig im Körper verankert, denn im Zustand der Verliebtheit schüttet der Körper viel Dopamin aus, was genau das bewirkt: im Körper zu sein, wach zu sein und sich selbst zu spüren.

 

 

 

Mit einem AD(H)S gibt es entweder Null Aufmerksamkeit oder aber 100%,

die mittlerer Betriebstemperatur normal gesteuerter Personen fehlt total. Was passiert bei ganz banalen Gegebenheiten? Zeus trifft seine Mitbewohnerin Athene in der Küche, nachdem er gerade noch sehr innig mit 100 % bei Hera war, hat nun Athene seine 100% Aufmerksamkeit und Hera hat Null. Beide gehen auf eine Party, Sie treffen auf Zeus´ alte Freunde, sogleich haben diese 100 % Aufmerksamkeit von Zeus. Er vergisst Hera mit ihnen bekannt zu machen. Umgekehrt funktioniert es auch.

Hera unterhält sich in der Kneipe so angeregt, dass sie nicht bemerkt, dass alle anderen schon lange gehen wollen. Zeus, der daneben saß, hatte Null Aufmerksamkeit. Da AD(H)Sler sehr feinfühlig sind, bemerken sie diesen Effekt und können ihn aber nicht erklären. Hera z.B. fühlt sich sofort falsch, unwichtig und ausgeschlossen, wenn Zeus auf Andere hyperfokussiert und sie plötzlich Null Aufmerksamkeit hat. Im Gegenzug merkt der AD(H)Sler der gerade hyperfokussiert nicht, dass er es tut.

 

 

 

Verschiedene AD(H)S Typen bevorzugen verschiedene Geschwindigkeiten

Oder vor dem Burnout und danach?
Zeus ist ein Mann, der ständig auf der 100 % Geschwindigkeit fährt. Hera ist eine Frau, die zumeist bei 0% verharrt und schnell von Reizen überflutet ist. Für Zeus sind nach der ersten Verliebtheit auch andere Reize wichtig, damit er bei seiner üblichen 100 % Geschwindigkeit bleiben kann. Zeus sucht ständig nach neuen Reizen, die es ihm ermöglichen seine Geschwindigkeit beizubehalten.

Für Hera wird Zeus ist das einzig Interessante im Leben. Da will Hera hin, zu diesem Dopaminkick, so könnte sie sich immer fühlen. Sie hat ständig 100 % Aufmerksamkeit auf Zeus und Null Interesse an allem Anderen. Für Hera ist es anstrengt sich ständig neuen Reizen auszusetzen, Sie ist an Null gewöhnt. Für Zeus ist es quälend bei Null zu bleiben, er ist an 100 gewöhnt.

Nach den ersten vier Wochen Verliebtheit, und des gegenseitigen Hyperfokussierens, hatte Zeus ganz schnell die kommenden sechs Wochenenden und die Weihnachtsferien verplant. Hera hat das Gefühl, sie kommt nicht hinterher, Sie kann nur mithechten oder ausgeschlossen sein. Sie glaubt, daß Sie Zeus nicht wichtig ist, weil er auf ihre Bedürfnisse nicht achtet.

 

AD(H)S bedeutet: Zeus lässt sich leicht von Hera ablenken und hyperfokussiert statt dessen auf Anderes.

 

AD(H)S bedeutet: Hera konzentriert sich nur auf Zeus und läßt sich davon nicht ablenken.

 

 

 

AD(H)S und Planung

AD(H)Sler haben es gerne, wenn alles im vertrauten Rahmen bleibt, wenn Sie ihre bewährte Routine und ihren Lebensrhythmus beibehalten können. Viele neue Reize im Alltag führen oft dazu, daß man sein Soll nicht erfüllt, weil man abgelenkt ist. Außerdem kann bekannte Routine besser kontrolliert werden. AD(H)Sler planen daher gerne alles so, wie es für sie selbst am Besten ist. Gleichzeitig können sie sich entweder nur spontan entscheiden, oder gar nicht.

Für Hera und Zeus bedeutet das, daß es ihnen fast nie gelungen ist, ein Wochenende oder einen Termin so zu planen, dass es für beide passend war. Entweder war schon alles entschieden und einer, meist Zeus, hat spontan Termine gesetzt, oder sie konnten sich nicht entscheiden, was sie machen wollten. Da Sie sich selten für das Gleiche begeistern war entweder einer begeistert und einer gelangweilt oder beide gelangweilt. Für beide ist es ein Opfer bei etwas mitzumachen, was Sie nicht 100% begeistert, weil Sie dann bei Null sind.

 

 

AD(H)S und Freunde

Für AD(H)Sler spielt der Familien- und Freundeskreis eine große Rolle. Dies sind Menschen, die an die Auswirkungen der eigenen AD(H)S gewöhnt sind und einen trotzdem gut finden und zudem Menschen deren Reaktionen man gut voraussehen kann.

Das ist wichtig, da es so leichter fällt die Kontrolle zu behalten, was geschehen muss, damit das eigene Kompensationsschema funktioniert. Besonders die sehr intelligenten AD(H)Sler können nämlich sehr gut kompensieren. Leider sind die meisten Kompensationsschemata leicht aus dem Gleichgewicht zu bringen, so dass Betroffene sehr viel Wert darauf legen, die Konstanten möglichst beizubehalten.

 

Für Hera und Zeus bedeutete dies, dass beide große Schwierigkeiten hatten im Freundeskreis des anderen Fuß zu fassen, oder es auch nur zu versuchen. Es war stets ein großes Wagnis sich in den Bekanntenkreis des anderen zu begeben, da man stets riskiert sehr gelangweilt zu sein, oder angespannt ist, weil man die Reaktionen der neuen Menschen nicht voraussehen kann.

Da wegen der eigenen AD(H)S Symptome das Pflegen von Freundschaften sowieso schwierig sein kann, besteht vielleicht auch unbewusste Angst, dass der Partner das labile Gleichgewicht der eigenen Freundschaften stört. Es gab viel Drama rings um die Freundeskreise.

 

 

 

AD(H)S und Kommunikation

Leute mit AD(H)S haben häufig Kommunikationsprobleme. Sie hören schlecht zu, labern oft das Gegenüber in Grund und Boden und vergessen Absprachen. Häufig reden Sie so aneinander vorbei, oft wird etwas anderes gehört als der andere gesagt hat, was auch damit zu tun hat, dass man alten Verhaltensmustern mehr verhaftet ist als andere Menschen.

AD(H)Sler reagieren schnell mit Schuldzuweisungen, weil Sie eine schlechte Selbstwahrnehmung haben. Gleichzeitig können Sie die Fehler anderer durchaus sehr klar sehen, zumal Sie grundsätzlich sehr feinfühlig für Ungesagtes und Stimmungen sind. Hera z. B. hat bei sich beobachtet, dass Sie in Gesprächen Zeus endlos zutextet, und wenn er dann mal eine Antwort gibt, Sie sich nicht genau daran erinnern kann, was er gesagt hat.

Zeus z.B. kann sich offenbar nicht gut an Abgesprochenes erinnern und besteht nach schiefgelaufenen Absprachen oft, dass etwas ganz anderes abgesprochen gewesen sei. Zeus und Hera haben endlose Gespräche und Debatten geführt und dabei, gemessen an ihrem Einsatz, nur sehr geringe Erfolge zu verzeichnen. ( Gemessen daran, dass Sie beide vielleicht ein undiagnostiziertes AD(H)S haben, waren Sie vielleicht aber doch ganz schön erfolgreich! )

 

 

 

AD(H)S und Stimmungsschwankungen

AD(H)Sler sind häufig Stimmungsschwankungen unterworfen. Selbst wenn gerade alles prima läuft, kann eine Kleinigkeit ausreichen, um sie aus dem Gleichgewicht zu bringen. Ein, lapidarer Scherz oder ironischer Spruch kann alle Knöpfe drücken, auch wenn er überhaupt nicht so gemeint war, wie man es gehört hat. Dies kann für den Alltag schreckliche Folgen haben.

Morgens war noch alles gut und abends, wenn Zeus und Hera sich wiedersehen, ist einer von beiden aus dem Gleichgewicht, ohne daß der andere wüßte warum, oder was den Anderen so aus dem Gleichgewicht gebracht hat. Frauen mit AD(H)S haben überdies ein starkes PMS ( Prä- oder Postmenstruelles Syndrom, man kann diese Leute in der Woche um die Regel „mit der Zange nicht anfassen“), was AD(H)S – Symptome zusätzlich verstärkt.

 

 

 

AD(H)S und Rückzug

AD(H)Sler brauchen einen Rückzugsraum um sich von den Belastungen des Alltags auszuruhen.Möglicherweise ruht sich ein AD(H)S – Partner gerade bei seiner Partnerin aus, weil er ihr insbesondere genug vertraut. Für Hera ist es frustrierend, dass der eigene Freund andernorts 100 % gibt und bei ihr einschläft. Hera fühlt sich außerdem minderwertig, weil Sie dem normalen 100% Programm ihres Partners nicht folgen kann.

Sie glaubt er schläft ein, weil sie langweilig ist. Gleichzeitig fällt es ihr schwer, ihren eigenen Rückzugsraum zu nehmen, denn wer sich zurückziehen muss, besonders in Gruppenveranstaltungen über mehrere Tage, ist möglicherweise gesellschaftlich nicht tragbar minderwertig und wird deshalb ausgeschlossen.

 

Wer sich zurückzieht, läuft außerdem Gefahr Absprachen nicht mitzubekommen und sieht sich dann mit Planungen konfrontiert, denen man nicht folgen kann, weil sich das Kompensationsschema dann nicht mehr aufrecht erhalten ließe.

Da Hera inzwischen dekompensiert, Sie aus Erschöpfung an vielen Veranstaltungen und kann nicht teilnehmen und ist deshalb ausgeschlossen. Es schmerzt sie sehr, dass ihr Partner darauf von sich aus keine Rücksicht nimmt, ihr nicht hilft, oder es auch nicht kann, weil er dann sein Kompensationsschema vielleicht nicht mehr einhalten könnte, oder auch, weil er es schlicht und einfach nicht bemerkt.

 
 

Andererseits versucht Hera ihre Dekompensation vor Zeus zu verheimlichen. In der Paarbeziehung kann es zu Missverständnissen führen, wenn die Notwendigkeit des eigenen Rückzugs nicht bewusst ist, oder man sich dafür sogar schämt. Vielleicht ist dies auch der Grund, warum es Zeus und Hera so schwer fällt ein gemeinsames Zuhause zu teilen:

 

Die Phasen des Rückzugs würden dem Anderen nur allzu offenbar und ließen sich nicht mehr verheimlichen, oder ließen sich in Anwesenheit des Anderen nicht in Ruhe genießen. Hera ist es sehr peinlich, wenn ihr Freund sie beim Nichtstun erwischt.

Zeus kommt erst gar nicht mehr nach Hause, weil er mit Hera in der Wohnung nicht mehr in Ruhe bei sich sein kann? Tatsächlich scheinen beide, seitdem Sie zusammen gezogen sind, das Gefühl zu haben kein zu Hause zu haben, keinen Ort, wo Sie in Sicherheit sind.

 

 

AD(H)S und Leidensdruck - Wie die Situation eskaliert

AD(H)Sler haben aufgrund ihrer Störung wesentlich mehr negative Situationen meistern müssen, als nicht von AD(H)S betroffene Personen. Die Überlebensstrategien von normal gesteuerten Personen haben auf jeden Fall eine ganz andere Qualität.

Für Hera, die durch ihr AD(H)S schon viel Leid mit verlassen werden, abgelehnt, werden, ausgeschlossen sein erlebt hat, ist es der Himmel auf Erden im Hyperfokus eines ADHS- Mannes zu sein. Es ist die Hölle auf Erden, aus diesen Höhen wieder auf Null zu fallen. Sie fühlt sich persönlich angegriffen, es tut sehr, sehr weh, Sie ist hochgradig verletzt.

Sie reagiert mit Weinen, Zusammenbrüchen, Wut oder ätzendem Spott. Für Zeus ist es furchtbar, wenn sein durch AD(H)S verursachtes Hyperfokussieren auf Andere von seiner Partnerin so vehement kritisiert wird. Er tut ja sein Bestes, er verhält sich nach seinen Maßstäben ganz normal. Da dies in seinem Leben bestimmt schon häufiger mal Stein des Anstoßes war, tut es ihm besonders weh. Außerdem ist es bestimmt anstrengend immerzu im Hyperfokus der Partnerin zu sein. Zeus reagiert mit Rückzug, Zusammenbruch, oder kalter Abwehr.

 

 

 

So sind die zwei in einen schönen Teufelskreis geraten:

Je mehr Zeus auf andere Personen hyperfokussiert, desto mehr tut es Hera weh. Je mehr es ihr wehtut, desto mehr hyperfokussiert sie auf Zeus. Je mehr sie hyperfokussiert, desto mehr greift sie ihn an. Je mehr sie ihn angreift, desto mehr tut es ihm weh. Je mehr es ihm weh tut, desto mehr zieht er sich zurück und macht Dinge mir Anderen. Je mehr er sich zurückzieht und Dinge mit Anderen macht, desto mehr tut es Hera weh, je mehr es ihr wehtut, desto mehr greift Sie Zeus an. Je mehr Sie ihn angreift, desto mehr..... Inzwischen sind beide so wund und weh, das schon das kleinste Bisschen reicht, damit der Hammer fällt.

 

 

Stand der Dinge:

Beide haben lange inständig versucht zu Kommunizieren, gemeinsame Freunde zu finden, gemeinsame Hobbys zu finden und gemeinsam Pläne zu machen. Trotz aller großen Anstrengungen, waren Sie damit natürlich so gut wie nie erfolgreich.

Im Herbst 2002 ist Zeus auf den absoluten Nullpunkt gefallen und hat sich Frühjahr 2003 an den eigenen Haaren wieder herausgezogen, indem er das Leben wieder aufgenommen hat, was ihm mit seiner AD(H)S auch vor Hera schon dienlich war. Er hat sich einen neuen Sport gesucht, (Sport ist ja gut bei AD(H)S, es werden z.B. körpereigene Stimulanzien ausgeschüttet.) der ihn total begeistert, er hat dafür eine Partnerin gefunden, die es genauso begeistert und so eine schöne Nebenbeziehung angefangen, die ihn erfüllt, auch wenn dies keine sexuelle Beziehung ist.

 
 
 

Hera hat schön weiter auf Zeus hyperfokussiert, obwohl sie sich bei Zeus nun erst recht auf dem letzten Platz seiner Popularitätsliste sah. Sie hat weiter versucht seinen Blick zurück auf sich zu ziehen – natürlich erfolglos. 2004 hat Hera die Reaktivierung einer Fernaffäre und Nebenbeziehung zugelassen, denn was Hera auf jeden Fall 100% begeistert ist das Hyperfokussieren auf Jungs, begehrt werden, gebraucht werden, gewollt sein, dann kommt Sie auch mal auf 100 Touren und weg von Null. (Auch das ist eine beliebte AD(H)S –Strategie).

Leider ist dies wiederum der direkte Weg in den nächsten Teufelskreis und zu den nächsten Schmerzen und zu der persönlichen Unfreiheit, die das Hyperfokussieren auf Männer mit sich bringt. Außerdem ist Fremdgehen mit gesellschaftlichem Stigma behaftet, im Gegensatz zu Sport. Beide sind nun an ihrer äußersten Belastungsgrenze angelangt. Sie können es beide nicht mehr aushalten, was ist zu tun? Aufstecken ? Weggehen ? Hilfe suchen?

 

Hera gelingt es gerade halbwegs Zeus aus dem Hyperfokus lassen, wenn Sie für sich bleibt und möglichst wenig von seinem Leben mitkriegt. Alles ist ihr im Augenblick ein großer Schmerzfaktor, so gut wie jede Lebensäußerung von Zeus ist geeignet, ihr alle Knöpfe zu drücken. „Alles ist wichtiger und interessanter als ich.“ Insbesondere seine Kletterpartnerin ist im Augenblick ein großer Schmerzfaktor:

„Mit ihr ist er glücklich und mit mir nicht.“ Das Wissen um AD(H)S macht es Hera etwas leichter, jedoch momentan eher aus der Ferne als akut. Hera liebt ihren Zeus. Zeus wird auch Hera lieben, sonst hätte er so lange gar nicht durchgehalten. Das ist eigentlich ein echtes Drama: Zwei Menschen, die sich so sehr lieben und nicht zueinander finden können – weil Sie ein AD(H)S haben?

 
 

AD(H)S ist erfolgreich therapierbar heißt es in den Büchern. Man soll die Hoffnung nicht aufgeben, heißt es da. Paarbeziehung ist möglich, heißt es da. Wissen, Diagnose, Ritalin, Coaching, Paarberatung heißt es da, sei der Weg und Geduld sei gefragt, wegen all der schrecklichen Wunden, die man einander zugefügt hat.

 

Tja....

 

 

 

Kommentar:

Vor der Diagnose gibt es natürlich keine Gewissheit, aber ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass wir beide ein AD(H)S haben. Vielleicht gäbe es für uns eine Chance, wenn wir beide unser AD(H)S behandeln lassen würden. Einen Tag lang glaube ich daran, dass es mit Zeus und mir dann vielleicht doch noch gut gehen kann, den nächsten halte ich das für schlicht nicht machbar.

Es mag auch sein, dass Zeus mit seinem AD(H)S, oder was immer es sein mag, ganz gut leben kann, vielleicht nicht mit mir, oder in Beziehung, aber dann eben ohne mich oder ohne Beziehung. Ich für meinen Teil will auf jeden Fall, daß mein eigenes AD(H)S, oder was immer es sein mag, therapiert wird. Ich habe auch für mich allein genug Leidensdruck, um mir das innigst zu wünschen……..               

 
 

Hera

 

 

 

Nachwort

Geschichten, wie aus der antiken Tragödie oder dem griechischen Götterhimmel sind das, was kein Zufall ist. Hier wie da ist häufig: Sich mit Haut und Haaren fressen zu wollen, sich dabei aneinander aufzureiben, und dann doch fremd zu gehen.

„Ohne dich will ich nicht, mit dir kann ich nicht“, ja das taucht gar zu oft auf. So sind auch viele Familien mit AD(H)S, besonders wenn Mutter und Kinder es haben. Natürlich gibt es keine dauerhaft und zuverlässig wirksame Therapie gegen AD(H)S! Gottlob, oder es sollte die Feinfühligkeit mit der Widerborstigkeit auf diesem Erdball ausgerottet werden. Aber es bestehen funktionierende Familien und Paare mit an ihrem AD(H)S tragenden Mitgliedern.

Oft genug ist die Persönlichkeitseigenschaft des AD(H)S ein unverzichtbares Element. Von diesen funktionierenden Beziehungen kann man reichlich lernen. Professionelle Eheberatungen kennen sich leider mit den Besonderheiten des AD(H)S selten aus, was zur Vermehrung des Leides führen kann. Er zeigt mangelndes Interesse, unzulässiges Besitzergreifen ihrerseits, wären in diesem Fall gängige Fehldeutungen.

 

 

 

Stattdessen müssten andere Dinge Thema sein:

 
  • Gezieltes Einsetzen der Sexualität, eventuell gestützt durch Stimulantien (Medikamente)
  • Herunterfahren überbordender Emotionen schlicht durch Ablenkung
  • Immer wieder Trennen statt Ausdiskutieren
  • Streit um (grundsätzlich nur um) Kleinigkeiten, gezielt zur Spannungslösung
  • Die Stimmungsschwankungen beider Partner zuerst als Regulationsversuche des Gehirnes zu sehen und nicht als Antwort auf das eigene Verhalten
  • Aufgaben nach außen geben, bei Kindern z.B. Hausaufgabenbetreuung, bei Erwachsenen Herunterfahren des Erregungsniveaus durch Sport im Verein usw.
  • Regeln zu erfinden, was tun bei sich ankündigender quälender Langeweile oder Unrast
  • Sich mit anderen AD(H)S- Paaren zusammensetzen, um viele kleine Tricks zu lernen
  • Ein gemeinsames Lebensziel, z.B. Familie mit Kindern
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

Literatur und Links: 

ADHS und Partnerschaft - eine Herausforderung (Ryffel-Rawak)

Lass mich, doch verlass mich nicht (Neuhaus)