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RLS - Restless Legs Syndrom - unruhige Beine


Die Abkürzung "RLS" bedeutet Restless Legs Syndrom - oder ist umgangssprachlich eine Erkrankung der "unruhigen oder rastlosen Beine". Grundsätzlich geht es um unruhige Beine und Körperteile, welche kaum steuerbar vom Patienten durch ihren ständigen Bewegungs- und Aktivitätsdrang als unangenehm empfunden werden. Dazu können Jucken oder Brennen in den Extremitäten kommen, die einen den Schlaf rauben können.

 

 

 

Halt doch die Beine still

Man kennt es von dem wippenden Menschen neben sich, der scheinbar aufgedreht ist. Für Sitznachbarn recht nervig, aber für Betroffene dafür manchmal die Hölle. Wichtig ist, dass hier selten die Schuld bei den Betroffenen liegt. Dieses Wippen hat eine wichtige Bedeutung - die der Stimulation des Dopaminergen Systems. Jenen System im Kopf der auch bei AD(H)S eine wichtige Rolle spielt. 

 

Schlaflos macht krank

Schlaflosigkeit ist einer der häufigsten Gründe einen Arzt aufzusuchen. Man muss im Kreis laufen oder strampelt und wackelt im Bett herum. Dies kann so unerträglich werden, dass man wegen dem Schlafmangel Hilfe braucht. Manchmal auch der Partner, weil dieser auch nicht schlafen kann. Schlaflosigkeit steckt an. Die Erholung ist oftmals nicht gegeben, so dass es anstrengend werden kann und auf Dauer in einer starken Überreizung oder Erschöpfung enden kann. 

 

Ruhe gleich Zappeln

Immer wenn Betroffene Ruhe suchen, fangen die Beine an. Das kann im Kino sein, oder in der Schule, aber auch im Bett. Zwangsläufig kommt es dann häufig nachts vor. Erholung ist wichtig und chronische Erschöpfung häufig das Resultierende aus RLS, so dass nachfolgend viele Lebensbereiche betroffen sein können. 

 

ADHS und RLS?

Etwa 5 - 10 % der Bevölkerung sind vom RLS betroffen, allerdings bei nur ungefähr 1- 2 % sind die Symptome so ausgeprägt, dass sie behandlungsbedürftig sind.

Man geht davon aus, dass es ähnlich wie beim ADHS Probleme im dopaminergen und ähnlichen Systemen gibt. Dementsprechend wird RLS auch häufig mit einem Medikament behandelt, dass den Dopaminspiegel steigert: LDopa. Manche kennen dies bei der Behandlung von motorischen Störungen wie z.B. Parkinson. Es gibt zwischenzeitlich wissenschaftliche Forschungsergebnisse, dass genetische Ursachen vorliegen - ähnlich wie bei AD(H)S. Viele Experten sind der Meinung, dass es kaum Unterschiede zwischen ADHS und RLS im eigentlichen Sinne gibt.

Es wird nach idiopathischem RLS und nach symptomatischem RLS (erworben durch eine Erkrankung wie z.B. Eisenmangel) unterschieden. Das familiär gehäuft auftretende "idiopathische RLS" ist auf eine über Generationen hinweg stattfindende Weitervererbung zurückzuführen - ähnlich wie beim AD(H)S. Beim symptomatischen RLS (auch sekundäres RLS genannt) steht die Behandlung der Grunderkrankung im Vordergrund. Es gibt auch Medikamente die Nebenwirkungen haben, die einem RLS ähnlich sind. Hier können Sie am besten Ihren Arzt fragen, wenn Sie einen konkreten Verdacht haben. 

 

Wie helfen?

Bei schweren Problemen besprechen Sie das Thema bitte mit Ihrem Arzt und lassen sie eine ausführliche Diagnose machen. Sollte Ihr Arzt keine Kenntnisse über RLS besitzen, können Sie sich an einen Neurologen wenden und bei diesem Erfragen, ob er sich mit diesem Störungsbild auskennt.

 

Ausführlicher:

 

Häufige belastende Symptome: 

  • Schlafstörungen
  • Bewegungsdrang (unkontrollierbar)
  • Empfindugsstörungen (in Extremitäten und anderen Körperteilen)
  • spontane Bewegungen

RLS verursacht Unruhezustände in den Extremitäten, gehäufter aber in Beine und Füße - diese können  auch bis einem Ziehen, kribbeligen Gefühl oder Schmerzen ausarten. Diese Missempfindungen führen dazu dass der/die Betroffene sich immer zu bewegen, dehnen oder die Muskeln anspannen muss. Die Symptome treten stetig auf, aber auffällig häufig bei Ruhezuständen wie am Abend oder in der Nacht, wo eigentlich erholsamer Schlaf benötigt wird. Sehr typisch für RLS ist, dass die Symptome sich bei sofortiger Stimualtion bessern, wie z.B. beim Herumgehen, Sporten oder Wibbeln der Beine. 

Die häufigsten Beschwerden treten wie gesagt Abends und Nachts auf. Bei vielen RLS Betroffenen zwischen Schlafenszeit und früher Aufstehzeit. (Zirkadianen Rhythmen). Auch Langeweile und Unterstimulation können im Alltag (Tagsüber) die Symptome verstärken. 

Die Patienten haben den unwiderstehlichen Drang zu laufen und sich zu bewegen, was die Betroffenen darin hinder einzuschlafen. Dies kann zu schlimmen Kreisläufen führen, von Schlaflosigkeit, zu Unruhe- und Erschöpfungszuständen (CMS - chronisches Müdigkeitssyndrom), bis hin zu Depressionen und sozialen Folgen. 

Sehr häufig sind Zuckende Beine im Schlaf oder beim Einschlafen (Periodic Limb Movements), ohne dass die Patienten dies wirklich merken. Diese Zuckungen führen zu häufig zu spontanen Wachwerden. 

 

Die Diagnose:

Die Diagnose muss ein erfahrender Neurologe (Nervenarzt) stellen. Bei der Diagnose stehen im Vordergrund die klinischen Symptome, wie sie oben beschrieben wurden. Es gibt einen Fragebogen (Skala) Namens "RLS Serverity Scale" womit man den Schweregrad abschätzen kann. Mündliche Befragungen sind natürlich auch wichtig. Die Gabe des oben beschriebenen Medikaments LDopa kann schnell zeigen, ob sich die Symptomatik verbessert und die Diagnose richtig war. 

Die Begleiterkrankungen des RLS führen oftmals zu Fehldiagnosen und langfristigen Psychiatriekarrieren. 

 

Häufigkeit, Arten, Hintergründe:

Wie genannt sind 5-10 % der Bevölkerung betroffen. Dabe ist ein großer Teil der betroffenen Fehldiagnostiziert, wie Tests in Schlaflaboren zeigen. Man unterscheides zwischen idiopathischen und symptomatischen (sekundären) RLS. 

Die sogenannte sekundäre Form kann durch andere Krankheiten wie z.B. Uämie, Parkinosn oder ähnliche/andere neurologische Erkrankungen entstehen. Weiterhin können Medikamente diese Symptome hervorrufen. Der Krankheitsverlauf ist gut handbar, sobald die Grunderkrankung oder der Auslöser gut beseitigt oder behandelt wurden. 

Die Idiopathische Form wird zum größtenteil genetisch Vererbt (genetische Prädisposition). Normalerweise ist der Verlauf nicht degenerativ, aber es zeigen sich häufig schleichende Verschlechterungen der Symptomatik bei zunehmenden Lebensalter. Eine Heilung ist derzeitig - wie bei ADHS - nicht möglich. 

Dopamin spielt hier auch eine wichtige Rolle. Die extrapyramidalen Störungen, zu denen Menschen mit ADHS häufig neigen, sind ursächlich hier zu finden. Studen mit PET und SPECT haben einige Beobachtungen des prä- und postsynaptischen dopaminergen Neurotransmittersystems gezeigt. Verdachtsmäßig viele Überschneidungen zum AD(H)S sind auch vermutet. Es gibt Hinweise auf subkortikale Beteiligungen. 

Ein Zusammenhang zum Parkinson wurden noch nicht bestätigt. 

Kontraindiziert sind Indikationen mit Schlafmitteln, Neuroleptika oder Betablockern, genau wie psychotherapeutische Maßnahmen. Sie sind schlicht und weg sinnlos und führen eher zu Enttäuschungen.

 

Literatur und Links: 

Clarenbach/Müller (1998): Restless Legs Syndrom. Klink, Differenzialdiagnose, Neurophysiologie, Therapie. Berlin

Sieb, Jörn (2003): Restless Legs. Wirksame Hilfen bei unruhigen Beinen. Stuttgart

Tergai, Frithjof (2001): Wenn die Beine nicht zur Ruhe kommen. Das Restless-Legs-Syndrom. 5. Auflage. München

 

RLS e.V.