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Das Ende


Er ging noch die letzte Runde des Tages mit seinem Hund, es war schon dunkel. Plötzlich vernahm er ein leises Geräusch, es kam direkt aus seiner nächsten Umgebung. Doch als er sich umsah, war da nichts.

 

Leicht verstört wollte er schon weiter gehen, doch auch der Hund hatte anscheinend etwas mitbekommen. Fino war wie angewurzelt stehen geblieben, und starrte ununterbrochen in eine Richtung etwas seitlich hinter ihm. Die Nackenhaare waren aufgestellt, und er hatte die Lefzen leicht hochgezogen. Georg konnte ein leises Knurren hören; so etwas hatte er bei Fino noch nie erlebt.

„Was ist los, Fino? Ich spüre auch etwas, aber…“Plötzlich hielt er inne. War das nicht ein Augenpaar, welches ihn gerade wie aus dem nichts aus dem Dunkel plötzlich fixiert hatte. Ja, eindeutig. Verschwommen zwar, aber genau zu erkennen. „Kkkomm Fino“, sagte er stockend zu seinem Gefährten und zog an der Leine. Doch Fino hatte mittlerweile anscheinend andere Pläne, er hatte auf Gefahrenabwehr umgeschaltet und knurrte und bellte jetzt lautstark in Richtung der beängstigenden Erscheinung.

Plötzlich wurden die Augen deutlich erkennbar, und sie sahen alles andere als friedfertig aus. Auch Fino konnte das Böse in diesem Blick erkennen, er bellte jetzt wirklich hysterisch und wich angsterfüllt zurück.

„Das gibt’s doch gar nicht“, dachte Georg, seine Haut spannte sich am ganzen Körper unter der stärksten Gänsehaut, die er bis zu diesem Moment je in seinem Leben gehabt hatte.

Damals, als sein Sohn geboren wurde, hatte er gedacht, das überwältigenste Erlebnis seines Lebens gehabt zu haben. Heute wusste er es besser, allerdings machte diese Situation im Gegensatz dazu keinen positiven Eindruck. Die Augen hatten angefangen, in einem wütenden Rot zu leuchten.

Georg spürte, dass er ein Problem hatte.

Die Unnachgiebigkeit dieser Augen ließen ihn einen Schritt zurück weichen, doch Fino sprang ihm genau in diesem Moment in die Beine. Georg stolperte und fiel rücklinks auf den Asphalt.

Jetzt hatte auch er kalte Panik, doch was ihn das Blut in den Adern gefrieren ließ, war die Stimme, die er in diesem Moment hörte. “Ich werde dir deinen Verstand rauben für das, was du getan hast. Ich werde in deine Gedanken eindringen, und dafür sorgen, dass deine Qualen das letzte sind, woran du noch denken kannst.“

 

Als sie am Tatort ankamen, waren sie schon durch die Kollegen etwas darauf vorbereitet worden, was auf sie zukam. Doch was sie sahen, hätte ihnen keiner so ausmalen können, wie es tatsächlich war. Sie hatten im Laufe der Jahre einige schlimme Dinge gesehen, aber dies war so grotesk und widerlich…

Auf dem Boden stand in dicken roten Buchstaben aus Blut: ICH HABE SIE UMGEBRACHT

Daneben der Name einer jungen Frau, die Sie vor einem Jahr nackt und schwer missbraucht in einem Waldstück in der Nähe der Stadt gefunden hatten.

Etwas entfernt lag Georg tot auf dem Weg, Fino saß wimmernd neben ihm. Georgs Gesicht war durch die Reibung auf dem Asphalt nicht mehr vorhanden und auch seinen Hände waren bis auf die Knochen abgerieben. Er hatte sein Geständnis durch sich selbst sozusagen auf den Weg gebracht. Dieses Ende hätte er nicht für sich erwartet.

Meister Schredder.. 08